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man von Córdoba zum Naturpark Cazorla fährt, so erreicht man
etwa nach einem Drittel der Wegstrecke die Autobahnabfahrt Andújar.
Vielleicht sollte man hier abfahren und ein paar Tage bleiben denn hinter
Andujar befindet sich der Naturpark gleichen Namens und nicht nur das:
in der Nähe des Naturparks gibt es reizvolle Städtchen mit aussergewöhnlich
vielen historischen Sehenswürdigkeiten.
Im Nordosten der Provinz,
im Herzen der Sierra Morena, erstreckt sich der Naturpark der Sierra
de Andújar. Seine
Fläche erreicht 60.800 Hektar und grobgenommen kann man dieses
Gebiet als Mittelgebirge bezeichnen, mit Höhen, die zwischen 500
und den 1.290 Metern des Gipfels Burcio del Pino, in Sierra Quintana,
liegen. Diese Höhenunterschiede und die Verschiedenartigkeit seiner
Landschaften, denn in ihm gibt es weite offene und als Weideland genutzte
Flächen, neben Schluchten und bewaldeten Hängen, sowie bedeutende
Unterschiede in Bezug auf die Niederschlagsmengen innerhalb seines Gebietes,
sind der Grund, dass innerhalb des Parks eine der üppigsten Vegetationen
wächst, die typisch für den Mittelmeerraum sind. Steineichen,
Traubeneichen und Korkeichen sind die vorherrschenden Arten. Dennoch
findet man in den Gebirgsketten im Nordteils des Parks, die größere
Höhenlagen erreichen, Eichenwälder mit atlantischem Charakter;
es ist vor allem in diesem Gebiet, wo man leicht den Flug von Schmutzgeiern,
Geiern, Königs- und Kaiseradlern bewundern kann. Auf der Erde stellen
die Sierras de Andüjar ein Refugium für Hirsche, Damböcke,
Mufflons und Wildschweine dar, die aufgrund ihrer großen Zahl
und der Einrichtung von verschiedenen Jagdrevieren, seit langer Zeit
die Entwicklung von guten Jagdgründen begünstigte. Nicht so
einfach ist es, Luchse, Wildkatzen und sogar iberische Wölfe zu
sehen. Andererseits
erstrecken sich im Park und seiner Umgebung viele Weideflächen,
die der Zucht von Kampfstieren dienen. Die Stiere und die Viehzucht
im allgemeinen, neben der Forstwirtschaft (Verwendung des Korks und
Feuerholzgewinnung)
sind die traditionellen Grundlagen der örtlichen Wirtschaft. Zwei
Wasserläufe bilden die natürliche Grenze des Parks: im
Westen der Fluß Yeguas und im Osten der Fluß Jándula
und die Stauseen Jándula und Encinarejo, deren reich liche Wassermengen
den Fischfang und andere Wassersportarten ermöglichen. Weiter im
Osten, bereits außerhalb der Grenzen des Parkes, liegen Banos
de la Encina, Villanueva de la Reina, Andüjar und Marmoliejo, Hauptorte
der Gemeinden, die den Park umgeben. Das
unter Denkmalschutz stehende Banos de la Encina ist eine Ortschaft mit
bedeutender Vergangenheit, wie dies verschiedene Adelshäuser und
vor allem sein beein druckendes Kastell, das den Namen Burgalimar trägt,
beweisen. Sein Bau,
derauf das Jahr 968 zurückgeht, wir dem Kalifen von Cordoba AI-Hakam
II. zugeschrieben, obwohl er in christlicher Zeit neu gestaltet wurde.
Von ellip tischem Grundriss sind seine 14 zinnenförmigen Türme
herausragend und der Huldigungsturm, der ein ausgezeichneter Aussichtspunkt
über das Dorf und den benachbarten Stausee Ramblar darstellt. Das
andere Gebäude, das aus dem Dorf herausschaut, ist die Kirche San
Mateo, von gotischem Entwurf und mit Renaissance- und Barockelementen.
Von Villanueva de la
Reina müssen die Kirchen San Nicolás und Nuestra Sehora
de la Natividad, des XVIII. Jh. genannt werden. So wie Andüjar
und Marmolejo liegt der Ort am Ufer des Guadalquivir, mitten auf dem
Lande und am Horizont die Sierras de Andújar beherrschend.Marmolejo
gilt aufgrund seiner medizinischen Wasser als einer der berühmtesten
Badekurorte Andalusiens. Eine weitere Sehenswürdigkeit dieser weißen
Stadt sind die Römerbrücke, die Kirche Nuestra Sehora de la
Paz aus dem XVII. Jh. und in der Umgebung, das Castillo de la Aragonesa,
maurischen Ursprungs.
Andújar ist eines
der wichtigsten Olivenanbaugebiete Spaniens, aber auch eine Stadt, die
eine wichtige und traditionelle Töpferindustrie und einen herausragenden
Viehmarkt besitzt. Sie erhebt sich auf der antiken ibe rischen Siedlung
lliturgi, auf die Römer geht der Bau der Brücke mit fünf
Öffnungen über den Guadalquivir zurück und die Mauren,
die sie Alturja nannten, befestigten sie mit einer Mauer, die bis zu
48 Türme und 12 Tore besaß. Nur sehr wenige Reste sind von
dieser star ken Festung bis heute erhalten und das Gleiche gilt für
die vielen wappengeschmückten Häuser; dennoch gibt es noch
mehrere Gebäude, die Zeugnis von ihrer herrschaftlichen
Vergangenheit ablegen. Was die Gottes häuser betrifft, ragt die
gotische Kirche San Miguel her aus und die Kirche Santa Maria la Mayor,
die das Bild «Das Gebet Christi im Garten Gethsemane» von
El Greco birgt. Erwähnenswert
ist auch die volkstümliche Wallfahrt der Virgen de la Cabeza, Schutzpatronin
der Weidmänner und Jäger, deren Ursprung auf die Zeit zurückgeht,
als die Stadt um 1227 von den Mauren befreit wurde. Sie wird am letzten
Sonntag im April gefeiert, obwohl das Fest am vorherigen Freitag mit
dem Zusammentreffen aller Teilnehmer und Kutschen beginnt. Am Samstag
werden die 33 km bis zum Heiligtum der Virgen de la Cabeza zurückgelegt,
wobei in Lugar Nuevo zum Essen ange halten wird. Um Mitternacht am Samstag
beginnen die religiösen Festakte, die am Sonntagmittag enden und
nach der Brotzeit in der freien Natur, beginnt der Rückweg nach
Andüjar.
 
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Blick
auf den Stausee von Jándula im Naturpark
Römische Brücke
bei Andújar
Heiligtum
der Virgen de la Cabeza
blühende
Zistrosen
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